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freie Trainings am Mittwoch

Die erste Session startet um 14 Uhr am Nachmittag bei fast idealen Bedingungen. (Sonnenschein und etwa 27°C). Erste notierter Zwischenfall ist ein Ausritt von Robin Frins im WRT Oreca mit der #31 zwischen den Esses und Tertre Rouge bei dem er mehrfach an den Leitplanken anschlägt.  Der #34 Inter-Europol-Oreca steht mit einem undichten Auspuff in der Box.

Aufgrund von Vergehen am Testtag werden die Wagen #10,#13,#18,#923,#30 und #14 die Session erst 10 Minuten später aufnehmen dürfen.

Louis Prete im #66 JMW-Ferrari schlägt massiv aussen in der  Ford-Schikane  ein wo der Wagen qualmend zum Stillstand kommt. Kein idealer Start  in das Wochenende! Eine Gelbzone wird zur Bergung geschaltet. 

Mit einem beschädigten Heckflügel ist Mirko Bortolotti im Prema-Sport Oreca #63 in Richtung Box unterwegs.

Nach etwa 40 Minuten bleibt der Peugeot mit der #93 ausgangs der Boxengasse kurz vor der Einfahrt auf der Strecke stehen. Ein halbes Dutzend Mechaniker sprintet zum Havaristen um ihn zurück in die Box zu schieben.

(c) GT-Eins.de Rote Flagge nach etwa 90 Minuten! Der #777 D`Station Aston von Pilot Casper Stevenson hat sich nach einem Einschlag ausgangs der Esses auf die Ideallinie der Strecke zurück gedreht und ist nachdem einige Wagen den havarierten Aston knapp verfehlt haben vom Tower Motorsports  Oreca von Steven Thomas voll erwischt worden. Gottlob sind beide Wagen nur an den Vorderwagen kollidiert. Die Piloten entsteigen geschüttelt aber nicht gerührt ihren Gefährten.

Der Liechtensteiner Matthias Kaiser startet zum ersten Mal beim 24h Klassiker an der Sarthe. "Ich kenne die Strecke vom Road to Le Mans-Rennen letztes Jahr. Aber jetzt mit dem LMP2 und bei Nacht und möglicherweise auch im Regen wird das eine ganz andere Erfahrung werden. Die Kurven mögen in der Nacht ja beleuchtet sein aber die Bremspunkte kommen sehr schnell auf dich zu. Hinzu kommt das unsere Wagen so tief abgestimmt sind das die Wagen mit der Bodenplanke auf der langen Gerade hinter der Mulsanne aufsetzen, weil diese wegen der Ableitung von Regen nach beiden Seiten gewölbt ist. Deswegen fahren die LMP2 dort entweder  links oder rechts aber nie in der Mitte weil du dort aufsetzt."

Kaisers Vector-Team ist eine relativ junge, britische  Mannschaft die vom Vater von Pilot Ryan Cullan erst 2020 nach dem Risi Competitione Einsatz in Le Mans mit Personal aus der Le Mans-, GT3- und Formula E Szene aufgesetzt wurde. Dennoch ist  man schon mit dem Hypercar Projekt von isotta Franchini in Kontakt. "Dazu haben wir als Fahrer allerdings keine konkreteren Informationen. Angesichts der Technikpartner (Chassis von Michelotto, Motoren von HWA) scheint dies aber ein seriöses Projekt zu werden, das sogar ein eigenes Testteam aufgesetzt hat und schon erste Kilometer sammelt. Ich kann euch daher noch nicht sagen ob und wie ich da irgendwie involviert sein werde."

Isotta Franchini soll nicht die einzige alte Marke sein die in den kommenden Monaten und Jahren entmumifiziert werden soll. Angeblich steht auch ein Projekt unter dem Namen Delarge vor der Vorstellung. 

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Kurz vor dem Ende der Session schlägt der Walkenhorst Ferrari von Pilot Chandler Hull oben an der Dunlop-Schikane nach einem Dreher rücklings in die Reifenstapel ein. Hull kann den Wagen jedoch wieder an die Box zurück bringen.

Es war jedoch nicht der letzte Stunt: 3 Minuten später nimmt Corvette-Pilot Nicolas Varrone den Curb an Tertre Rouge zu hart ran und plankt rücklinks in die Reifenstapel der Kultkurve ein. Die Rennleitung beendet die Session mit der roten Flagge.

Die Bestzeiten gehen an die beiden Toyotas bei den Hypercars, das Team Jota in der LMP2, und den GMB Motorsport Aston (3:55,020), der aber dem Nascar von Hendricks Motorsport (3:49:475) nicht  das Wasser reichen kann.

Es folgt das Qualifying (siehe seperater Bericht)

(c) GT-Eins.de

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Gleichzeitig kommt Alex Sims mit einem beschädigten Kotflügel am Action Express Cadillac in die Box. 

40 Minuten vor dem Ende der Session bleibt der #94 Peugeot in der Mitte der Boxengasse stehen. Die Mechaniker sprinten zum Wagen um ihn in die Garage zurückzuschieben wo sich  das Team über den Wagen hermacht.

Gegen Ende der Session wird eine Bestzeit für Porsche notiert. Trotz der Probleme hat die #6 mit einer 3:28,878 die schnellste Runde der Session erzielt. Ferraris #51 wird 0,347s dahinter notiert, noch vor dem #5 Porsche, dem #2 Cadillac und dem schnellsten Toyota (#7). In der LMP2 geht die schnellste Runde an den Panis Racing Oreca (3:36,853) und in der GTE-Am an den #74 Kessel Racing Ferrari (3:53,796)

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Nach knapp 50 Minuten plankt Olli Cadwell den #35 Alpine-Oreca in den Ford-Schikanen an den selben Stelle wie zuvor der JMW-Ferrari stand ein. Cadwell hatte den Wagen auf dem ersten Curb der Schikane aus der Kontrolle verloren. Er kann den Wagen aber aus eigener Kraft wieder an die Box zurück bringen.

Eine Stunde ist vorbei: im Toyota #7 hat José Maria-Lopez mit einer 3:28.290 die bis dato schnellste Zeit erzielt. Die beiden Peugeot haben dahinter mit 3:28.38 bzw. 28.53 ihre bis dato schnellsten Zeiten des Wochenendes erreicht.  Dahinter haben auch alle 3 Penske Porsches und der zweite Toyota Zeiten unterhalb von 3:30 notieren lassen.

In der LMP2 liegt der #28 Jota-Oreca mit einer 3:34,579 nur 0,1s vor dem Cool Racing Oreca, dem wiederum der Alpine Elf-Oreca von Charles Milesi folgt. Genau zwischen den LMP2 und den GTE hat sich der Hendricks Motorsport NASCAR mit einer 3:53.929 plaziert und der schnellste GTE-Am ist dahinter der GR-Porsche  mit einer 3:55.330.

An der Dunlop-Schikane wird ein Dreher des #88 Proton Porsches beobachtet.

(c) GT-Eins.de

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Erst 56 Minuten vor dem Sessionende wird die Strecke wieder freigegeben. Kamui Kobayashi ist in den Toyota eingestiegen und hat mit einer 3:27,875 die bis dato schnellste Runde gedreht. Eine möglicherweise noch schnellere bricht er anschliessend ab.

Bei Cadillac ist Renger van der Zande im  V-Series R involviert. Mit Ausnahme der 24h am Nürburgring konzentriert er sich diese Saison voll auf das LMDh-Programm der Amerikaner. "Der Einsatz am Ring im Phoenix-Audi zusammen mit meinem Teamkollegen Alexander Sims hat riesig Spass gemacht. Alex hat unseren Wagen ja dort sogar im Top-Qualifying auf eine gute Startposition gestellt. Leider hatten wir ja das Pech das Frank Stippler in der Nacht auf einer Ölspur ausgerutscht und eingeschlagen ist."

An der Spitze des Feldes hat nach einer schnellen Runde von Ryo Hirakawa (3:27,742) Toyota die Doppelführung übernommen. Der #2 Cadillac von Earl Bamber wird dahinter mit einer 3:27,939 mit der bis dato schnellsten Zeit eines der amerikanischen LMDh verzeichnet.

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Die zweite freie Traingssession nach dem Qualifying läuft am Mittwoch-Abend ab 22 Uhr deutlich entspannter ab. Für die LMP2 und die GTE-Am hat das Sammeln der Pflicht-Nachtrunden für die Privatiers Vorrang. Zudem geht es langsam darum ein komfortables Rennsetup zu erarbeiten.  

In der Hendricks Motorsport-Box ist Mike Rockenfeller der Spass in den Backen mit seinem Camaro-Nascar deutlich anzusehen. "Ein geiles Auto! Ich weiss das einige Leute aufstöhnen wenn in Zusammenhang von einem Innovativen Entry von unserem Nascar die Rede ist, aber objektiv betrachtet ist dies wohl eines das am weitesten entwickelten Nascars die es derzeit gibt. Welcher Nascar hat schon Carbonbremsen, ESP, ABS, digitale Cockpitanzeigen und solch ein Aeropaket. Und dabei haben wir noch nicht mal einen Heckflügel sondern nur einen überdimensionierten Gurney, der im Laufe des Wochenendes schon merklich geschrumpft ist. Mit Flügel wäre der Wagen noch einmal 3s schneller! Wir haben ihn letztens in Austin getestet wo ja auch die Nascar fahren - und da haben wir schon Zeiten notieren lassen die 5s schneller als die normalen Nascars waren. Jedenfalls wollen wir mit dem Wagen so lange wie möglich im Rennen durchhalten. Ein "JLOC-Kandidat" ist unser Auto definitiv nicht, speziell wenn man die unglaublich langjährige Erfahrung des Hendricks-Teams da noch mit einrichtet. Die arbeiten in ihrer Szene schon fast auf F1-Niveau!"

Bei Tower Motorsport und dem Einsatzteam TDS wird weiter fleissig am zerstörten Oreca gearbeitet, den man am Donnerstag zu komplettieren gedenkt. Der D´Station Aston wird dem Vernehmen nach durch ein aus England eingeflogenes Chassis ersetzt werden.

Nach etwa einer Stunde bleibt der #6 Porsche von Dane Cameron nach der Ausfahrt aus der Boxengasse neben der Strecke stehen. Cameron gelingt es den Wagen wieder in Gang zu setzen und eine langsame Runde um den Kurs anzubrechen.

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