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GT-Eins

14.Lauf in Hockenheim 25.10.2003
Bericht von Harald Gallinnis
Bilder von Harald Gallinnis & Patrik Holzer

23 Fahrzeuge! Das Saisonfinale beim traditionellen Rheintalrennen erweist sich als würdiger Saisonabschluß eines SCC-Jahrgangs in dem sich die Starterzahlen im Gegentrend zu anderen Serien positiv entwickelten. Wie schon traditionell üblich fallen auch hier einige finale Entscheidungen. Marcel Steiner und Alexander Seibold liegen in der großen Klasse um gerade einmal 1,5 Punkte auseinander. Da ausnahmsweise 2 Finalläufe bestritten werden ist auch Wolfgang Payrs Gesamtwertungstitel entgegen früherer Annahmen noch längst nicht in trockenen Tüchern. Es darf gerechnet werden. Das attraktive Rahmenprogramm des Rheintal-Motorsportclub mit dem traditionellen Divinol-Finale und der erstmals eingeladenen Dutch Supercar Challenge sorgt zudem für volle Ränge. Geschätzte 3000 Zuschauer sind so vor Ort. Die Kulisse passt.
Danke

In der kleinen Klasse gibt es 2 interessante Zuwächse im Feld. Peter Johamson, schwedischer Meister der SCC-Schwesterserie SSRS2003, setzt seinen heimischen PRC-Opel C3 ein und bietet damit Wolfgang Payr Paroli. Und der Krisam-Osella-Honda wird von Top-10-Focus-Teamchef Rudi Seher bewegt. Seher war in der 90ér Jahren schon mal regelmäßiger Teilnehmer an der SCC und überlegt sich einen Widereinstieg mit einem aktuellen Fahrzeug. Eine bessere Wahl scheint es nicht geben zu können, jedoch hat die saubere Bilanz des Osella Honda (5 Rennen - 5 Siege) nun einen Makel. Beim Bergrennen in Mickhausen ist der Wagen bei nasser Strecke von der Bahn abgekommen und einmal rundherum an der Böschung abgerollt worden. Das Fahrzeug laboriert demnach an verschiedensten Wehwehchen die man erst im Laufe des Wochenendes entdeckt.

Die dickste Überraschung auf Fahrerseite landet URD. Da Emanuel Pedrazza im väterlichen Team abkömmlich ist um dort den PRC-ITC-Opel zu bewegen verpflichtet man kurzerhand Robert Lechner als Chauffeur des URD-CX. Der Zakspeed-V8-STAR-Pilot fühlt sich im blauen Rennwagen gleich pudelwohl. Dagegen wird nix aus dem angepeilten sonoren Brummen des Opel-Triebwerks. Nur im Freitagstraining läuft das Geschoß kurz, ehe ein technischer Defekt (Ölverlust) die heimische Garage als Rekonvaleszenzlager verordnet. Als hätte mans im Hause PRC geahnt befindet sich im Hänger auch Emanuels ehemaliges Meisterfahrzeug aus dem Jahre 2000, welches man von Johnny Hauser zurückerworben hat. Garant für 2 kurzweilige Finalrunden wie sich zeigen soll. Versöhnlich: der auf der Haube des URD manifestierte Dank an den Vorarlberger für seine SCC-Siege in der deutschen Konstruktion.

Bergpilot Arnold Wagner gibt im gelben Osella-BMW sein Rundstreckendebut. In der großen Klasse geben zudem Michael Kerber im wieder reparierten URD-1,6l-BMW, Walter Fuchs und Harald Leikeim ein erneutes Gastspiel. Josef Pfyl dagegen fehlt - er nutzt den akuten Wintereinbruch in der Schwyz um mit Hilfe seines heimischen Reifenservice-Betriebs seine SCC-Saison 2004 vorzufinanzieren.

Rudi Seher

Jochen Fuchs ist wieder einmal auf einem PRC-CN unterwegs. Und auch Britta Frevel gibt in ihrem JAZ-Osella ein kurzes Comeback - zeiht ihre Nennung allerdings am Renntag zurück.

Training

Standesgemäß holt sich "Berufskraftfahrer" Robert Lechner (der Zakspeed-Angestellte ist wohl der einzige bezahlte Fahrer im Feld) die Pole-Position mit einer halben Sekunde Vorsprung vor Sabrina Hungerbühler, die von Emanuel im PRC-BMW gefolgt wird. Dahinter lauert Meisterschaftssprengstoff da Marcel Steiner sich kanpp vor Alexander Seibold plazieren kann. Die beiden führenden Fahrer der großen Division sind übrigens die einzigen Piloten die von den Streichresultaten betroffen sind und somit der lebendige Beweis, daß zu einem Meistertitel in der SCC ein zuverlässiges Auto mit einem solide arbeitenden Mechanikerteam Grundvoraussetzung ist. Rainer Fink im Osella-BMW und Gerd Beisel folgen auf den Plätzen.

In der Lights-Division zeigt Wolfgang Payr mit einer erneuten Pole Gesamtmeister-Ambitionen. Dahinter plaziert sich im ca. 50 PS schwächeren RWT-PRC Manuel Metzger erstaunlich stark auf der 2. Startposition vor dem PRC-C3 von Peter Johamson. Wolfgang Dietmann, Gerhard Münch und Jochen Fuchs folgen auf den nächsten Plätzen dagegen muß sich Rudi Seher nach einem Antriebswellenbruch im Training noch hinter Michael Kerber und Beat Kohler einreihen.

Rennen


Für Beat Kohler endet das Rennen schon in der Einführungsrunde: "Die Antriebswelle ist abgeschert - ich bin gleich in die Box eingebogen". 21 Wagen treten damit zum fliegenden Start an.

An der Spitze ändert sich in der ersten Runde nichts: Lechner sichert sich seine Startposition und biegt vor Hungerbühler, Pedrazza, Steiner und Seibold in die Ameisenkurve ein. Dagegen überrumpeln sowohl Peter Johamson als auch Manuel Metzger  Wolfgang Payr in der Startphase. Der Österreicher fällt  auf Rang 3 zurück und muß sich noch Wolfgang Dietmann im gar nicht feigen Argo vom Halse halten.

Start
Payr vor Dietmann
In Runde 2 schnappt sich Emanuel beim Anbremsen der V6-Bremsschikane den Osella von Sabrina und stößt auf Platz 2 vor. Robert Lechner hat im Dunlop-bereifeten URD gerade mal 3s Vorsprung. Pierre Andre Meroz hat sich Harald Leikeim gekauft und fängt an sich an Patrik Zajelsniks Lucchini die  Zähne auszubeissen, ein Duell das die Zuschauer für Runden begeistern wird. Wolfgang Payr hat es geschafft sich vom schwarzen Argo zu lösen und macht Jagd auf Metzger und Johamson. In Runde 4 hat er den Anschluß hergestellt und setzt Metzger fortan unter Druck. Derweil begestern Zajelsnik und Meroz das Publikum mit einem Infight de Luxe das Publikum in der Sachskurve. Rudi Seher hat dagegen schon früh mit Zündaussetzern zu kämpfen und kommt für einen Routine check kurz an die Box.

Zajelsnik vs. Meroz

Johamson vor Payr & Metzger
Mit wilden Slides hechtet Emanuel hinter Robert Lechner her und hält den Abstand konstant auf 3s. In Runde 6 knackt Light-Champ Payr den RWT-Junior Metzger und macht sich an die Verfolgung Peter Johamsons. 2 PRC-C3 führen das Feld an. In Runde 7 bilden Lechners Jäger (Pedrazza, Hungerbühler und Steiner) einen pittoresken D-Zug der durch die Kurven des kleinen Kurses pfeilt. Alexander Seibold schaut sich das aus der Distanz des sicheren 5. Platzes an, gefolgt von Rainer Fink und Gerd Beisel. In Runde 9 fehlt der Osella von Rudi Seher. "Die Batteriespannung ist zusammengebrochen - trotz daß die Lichtmaschine funktioniert. Wir suchen noch worans gelegen hat.". Teamchef Martin Krisam Jr. ergänzt "Der Wagen ist in Mickhausen rundrum zerstört worden und wir haben ihn komplett wieder aufbauen müssen. Der Rudi fährt hier nicht mehr als einen Test." Der Pilot nimmts sportlich.

In Runde 8 passiert Sabrina Hungerbühler Emanuel und stößt auf Platz 2 vor. dadurch liegt Emanuel nun direkt vor seinem Spezi Marcel Steiner. Kurze Zeit später stecken die Führenden mitten im Überrundungsverkehr der das Rennen zusehens würzt. Bei über 20 Wagen kann es auf dem kleinen Kurs in Hockenheim unangenehm eng werden.

Etwa zur Rennhalbzeit beginnt Rainer Fink zusehens auf Alexander Seibold aufzuschließen. Sabrina setzt sich vom Vorarlberger PRC ab währfend die Überrundungen in die Hände von Rainer Fink spielen, der sich zusehens an Seibold heransaugt. Derweil knackt Meroz endlich den Lucchini von Zajelsnik und kann sich Position 8 erstreiten.
Lucchini
In der 12. Runde gerät das Unternehmen "Gesamtsieg" bei Wolfgang Payr in ernsthafte Gefahr. Grund ist die hintere rechte Radaufhängung von Manuel Metzger die bei Anbremsen der V6-bremsschikane kollabriert. Ohne eine Verzögerungsmöglichkeit rutscht Manuel dem PRC des Lightsmeisters ins Heck und steigt über dessen Hinterwagen auf. Payr kann sich zwar nochmal berappeln, verliert aber nur 100m später Haube und Heckflügel und muß das Rennen an der Box beenden.

Für Manuel Metzger dagegen ist das Wochenende an Ort und Stelle beendet. Sein Wagen beginnt sogar kurz zu brennen was die flinken Streckenposten sofort in den Griff bekommen.  Durch die Ausfälle finden sich Wolfgang Dietmann im Argo und der dahinter befindliche PRC-CN von Jochen Fuchs auf den provisorischen Podiumspositionen wieder.
Jochen Fuchs
Aufgrund der geschwenkten gelben Flaggen würgt Adi Gärtner seinen Martini in der Bremsschikane fast ab um eine Kollision mit Michael Kerber und dessen Überrundung unter Gelb zu vermeiden, kann aber nach kurzer Bedenkzeit weiterfahren. Rainer Fink kauft sich Alexander Seibold. Sabrina hat derweil durch die Überrundungen den Abstand auf Lechner wieder auf 2 s verkürzt. Ihr folgt in Runde 14 Emanuel und - Fink!

Marcel Steiner fehlt! Die Kupplungswelle des Getriebes macht nach Monza auch in Hockenheim schlapp und vermasselt dem Schweizer den Kampf um den Titel.

Alexander
Emanuel
Sabrina

In Runde 16 kann Walter Fuchs im PRC S01 sich endlich den Argo von Wolfgang Dietmann kaufen was als positiven Nebeneffekt zur Folge hat daß Dietmann und Jochen Fuchs (weder verwandt noch verschwägert mit dem schweizer PRC-Pioten) direkt hinter Wolfgang Dietmann hängt und beide um Platz 2 kämpfen. Peter Johamson heizt derweil vorne weg gen Richtung Laufsieg. Derweil bekommt Emanuel einmassives Problem als ihm auf der Strecke der Gaszug reisst. Mit der Hand bekommt er das Kabel zu fassen und ist fortan bemüht im Schleichgang sich auf der Strecke zu halten um für Lauf 2 nicht zu viele Startpositionen zu verlieren. Rainer Fink freut dies - er erobert so Position 3 und auch Alexander Seibold und Gerd Beisel können sich noch am PRC des Champions des Jahres 2000 vorbeischieben. Sabrina hält derweil den Abstand zu Lechner konstant. Zum Schluß kämpft sich Gerd Beisel noch einmal an den PRC von Alexander Seibold heran, der kann aber den 4. Platz noch halten und sich somit ein solides Punktepolster für den SCC-Titel der großen Division einfahren.

URD
Robert Lechner gewinnt am Ende standesgemäß ein unterhaltsames Rennen über 20 Runden vor Sabrina Hungerbühler und Rainer Fink, der damit angesichts der Konkurrenz sein bestes Saisonergebnis einfährt. In der Lights-Katgorie kann sich Peter Johamson als erster Skandinavier in die Siegerlisten der SCC eintragen lassen. Dahinter rettet Wolfgang Dietmann im Argo  einen hauchdünnen Vorsprung von gerade einmal 0.3s auf Jochen Fuchs ins Ziel. Alexander Seibold dagegen hat den SCC-Titel so gut wie im Sack und auch der Gesamttitel ist durch den Ausfall Payrs wieder in greifbare Nähe gerückt.
Johamson

Ergebnis

Platz Nr. Klasse Fahrer Land Wagen Team Runden Gesamtzeitit schnellste
1 14 SCC Robert Lechner A URD BMW CX URD Motorsport 20 20:38.967 1:00.837
2 1 SCC Sabrina Hungerbühlerer CH Osella-PA20-BMW Krisam Motorsport 20 20:43.457 1:01.090
3 7 SCC Rainer Fink D Osella PA20 BMW Fink Motorsport 20 21:10.688 1:02.049
4 8 SCC Alexander Seibold D PRC SC98-BMW Seibold Auto & Sport 20 21:15.066 1:01.923
5 9 SCC Gerd Beisel D PRC SC98-BMW RWT 20 21:17.026 1:02.418
6 4 SCC Emanuel Pedrazza A PRC SC98-BMW PRC 20 21:28.659 1:01.333
7 4 SCC Pierre André Meroz CH PRC SC98-BMW PRC 20 21:41.092 1:03.931
8 6 SCC Patrik Zajelsnik D Lucchini BMW JAZ-Motorsport 20 21:43.096 1:03.813
9 31 Lights Peter Johamson SE PRC C3 Opel PJ-Racing 19 21:03.144 1:05.191
10 17 SCC Harald Leikeim D Osella PA20 BMW Leikeim Motorsport 19 21:36.846 1:05.757
11 15 SCC Walter Fuchs CH PRC S01-BMW Fuchs Motorsport 19 21:37.496 1:06.570
12 32 Lights Wolfgang Dietmann A Argo JM21 C3 Alfa Pink Shark Motorsport 19 21:40.352 1:07.093
13 35 Lights Jochen Fuchs A PRC-Opel PRC 19 21:40.656 1:06.530
14 12 SCC Urs Müller CH Argo JM21 CN Alfa24V UCM-Racing 18 20:46.768 1:07.365
15 33 Lights Gerhard Münch D PRC-Opel RWT 18 20:54.606 1:07.444
16 40 Lights Michael Kerber D URD-BMW Kerber 17 21:33.983 1:13.086
17 5 SCC Adolf Gärtner CH Martini MK66 Alfa FRC 15 18:04.010 1:07.215
Nicht gewertet







18 2 SCC Marcel Steiner CH Martini MK77 BMW Steiner Motorsport 13 13:47.141 1:01.286
19 30 Lights Wolfgang Payr A PRC C3 Opel PRC 12 13:34.478 1:04.715
20 39 Lights Manuel Metzger D PRC-Opel RWT 11 12:13.738 1:04.555
21 43 Lights Rudi Seher D Osella-PA21-Honda Krisam Motorsport 9 14:29.597 1:04.018
Nicht gestartet







22 18 SCC Arnold Wagner D Osella-PA20-BMW RTW 0 0:00.000
23 36 Lights Britta Frevel D Osella PA18-Alfa JAZ-Motorsport 0 0:00.000


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