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24h von Bathurst 2003 - Freitag

von Harald Musileck
Fotos von der offiziellen Bathurst24hr-Website & von Harald Musileck (HM)

Qualifying

Das Training ist in drei Sessions aufgeteilt: 90 Minuten am Vormittag, 90 Minuten am späten Nachmittag und 60 Minuten am Abend. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag hat es wie vorhergesagt geregnet. Die warmen Temperaturen in den Morgenstunden bewirken jedoch, daß das erste Qualifying auf trockener Strecke ablaufen kann. Fast alle Teams nutzen den Vormittag zum Kennenlernen des Kurses, die meisten Fahrzeuge sind drei Viertel der zur Verfügung stehenden Zeit auf der Strecke. Trotzdem sei angemerkt: Es ist Qualifying und nicht free practice angesagt.
Die Monaros demonstrieren mit den Plätzen 1 und 2 sowie einer Bestzeit vom 2:13,286, welche trotz viel Verkehr um 1,8 Sekunden unter der Trainingsbestzeit des Vorjahres liegt, eindrucksvoll ihre Stärke. Hinter diesem vehementen Beginn steht wohl auch das Kalkül, daß für Nachmittag und Abend wieder Gewitter angekündigt sind und Holden dann die erste Startreihe schon in der Tasche hätte - angesichts der umfangreichen Coverage im australischen Fernsehsender „Channel 7“ ist dies für die Marketingstrategen von Holden sicher verlockend. Drei der vier Piloten des gelben Monaro (# 427) stehen am Ende des ersten Qualifyings ganz oben in der Zeitenliste, die beste Runde des roten Monaro (# 05) wird mit 2:15,974 gestoppt.
mosler

Platz 3 erreicht der BMW M3 GTR von PHR mit bereits 4,4 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit. Danach folgt mit weiteren sieben Zehnteln Differenz der Erste der Porsches, wobei kaum jemand auf den aufgerüsteten GT3 Cup von John Teulan so weit vorn erwartet hätte. Der australische GT-Meister Paul Stokell schafft mit dem Lamborghini Diablo GTR ebenfalls noch eine Zeit unter 2:20, was ihm Rang 5 einbringt.
Die Besatzung des BE-Racing Ferrari 360GT erzielt die sechstbeste Zeit - die rund acht Sekunden Rückstand auf den schnelleren der beiden Monaros sprechen wohl für sich selbst. Als bestes Team der Klasse B ist der Porsche GT3 Carrera Cup unter der Bewerbung von VIP Petfoods Gesamt-Siebenter (2:22,898), der Alzen Porsche kommt als Klassen-Zweiter mit 2:25,691 auf Platz 11.
Die britischen Teams haben vor allem technische Details auszusortieren, dementsprechend finden sich der Graham Nash Motorsport Porsche und der Rollcentre Mosler nur auf den Zwischenrängen 9 und 10. Die Mosler-Crew rund um den mit einer Augenentzündung kämpfenden Martin Short plagt sich mit einer für die Berg- und Talbahn am Mount Panorama viel zu harten Abstimmung. Der Cirtek-Porsche hat Kupplungsprobleme und fehlt im ersten Qualifying gänzlich.
Bemerkenswert stark zeigt sich der in der Klasse F antretende SAE-BMW 320i von David Searle, in dem auch der Malaysier Alex Yoong fährt – 2:26,609 reichen für Platz 13, unmittelbar vor dem Morgan Aero 8 (2:27,884) und dem schon deutlich zurückliegenden BMW Z3 M-Coupe (2:32,587). Auch die Klasse D sieht einen BMW in Front – der M3 E46 mit der Startnummer 71 schafft immerhin Rang 17. In dieser Klasse ist das Feld am ausgeglichensten, acht Fahrzeuge verbuchen Zeiten von 2:33 bis 2:37. Der Klasse E kommt eher eine Statistenrolle zu: Schnellstes Auto ist vorerst der Honda S2000 von Ross Palmer Motorsport mit 2:47,423 auf Platz 34 von insgesamt 44 Fahrzeugen.

M3

Zu Mittag setzt wieder Regen ein, das zweite Qualifying findet somit auf (unterschiedlich) nasser Piste statt. Die Monaros bleiben in der Box, während sich fast alle anderen Teams auf die Suche nach einer Regenabstimmung machen. Die Zeiten sind somit eher Nebensache geworden – in einer Wertung des zweiten Qualifyings liegt der BE-Ferrari (David Brabham mit 2:24,869) vor dem Lambo (2:27,037) und BMW M3 GTR (2:29,008) – alle weiteren Teams finden sich jenseits von 2:35.

Obwohl das wiederum trockene abendliche Training eher nicht mehr für Bestzeiten geeignet scheint, ist die Geschichte um die vorderen Reihen der Startaufstellung noch nicht ganz geschrieben: Nur wenige Teams können sich gegenüber dem Vormittag noch verbessern – und lange Zeit sieht es auch in diesem Teil des Qualifyings wieder nach einem Monaro-Doppelpack an der Spitze aus.
Doch einer hatte was dagegen: Martin Short prügelt den Mosler kurz vor Trainingsende zu einer 2:18,107 – das ist die zweitschnellste Zeit dieser Session und insgesamt Platz 4. Geradezu sensationell ist auch die Alzen-Mannschaft unterwegs und erreicht mit 2:21,706 Rang 8 der Startaufstellung. Der Cirtek-Porsche kommt nach den vormittäglichen Probleme mit 2:24,511 in die sechste Startreihe.
Eine gute Runde erwischt auch der Parker Bros. Holden Commodore VY mit Startnummer 41 aus der Klasse F – 2:32,382 ergeben Platz 16 insgesamt und Platz 2 in der Klasse, wenn auch sechs Sekunden hinter dem SAE-BMW. In Klasse D ergibt sich nichts mehr Wesentliches – Startplatz 19 für den Klassenbesten vom Vormittag (BMW M3 E46 # 71 mit 2:33,919). Dem letztendlich schnellsten Auto der Klasse E, dem Holden Commodore VX #62, reicht eine Zeit von 2:45,756 für Startposition 35 von 46 qualifizierten Fahrzeugen.

Monaro

Holden freut sich somit über eine telegene erste (Monaro-)Startreihe. Der BMW M3 GTR und der Mosler waren nach der Papierform in Reihe 2 zu erwarten, der BE-Ferrari und der Alzen-Porsche sind nach den Trainingsleistungen Podiumskandidaten in der Gesamtwertung. Hier nochmals im Überblick die Top-Sechzehn:

1. Holden Monaro   #427
2. Holden Monaro   #05

3. PHR-BMW M3 GTR V8
4. Rollcentre Mosler MT900

5. Teulan-Porsche 996GT3RC
6. MCR-Lamborghini Diablo

7. BE-Ferrari 360GT
8. Alzen-Porsche 996GT3 Cup (1. Class B)

9. VIP P.-Porsche 996GT3 C. Cup (2. Class B)
10. Floyd-Porsche 996GT3RS

11. GNM-Porsche 996GT3R
12. Cirtek-Porsche 996GT3R

13. PHR-Porsche 996GT3RS
14. SAE-BMW 320i (1. Class F)

15. Morgan Aero 8 (3. Class B)
16. Holden Commodore VY (2. Class F)

Die aktuellen Wetterprognosen sagen für morgen eine Regenwahrscheinlichkeit von 80% voraus. Der Start zum Bathurst 24 Hour erfolgt um 14 Uhr Ortszeit (4 Uhr früh MEZ).



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