logo
Bat24-logo
24h von Bathurst 2003 - Vorbericht

von Harald Musileck
Fotos von der offiziellen Bathurst24hr-Website & von Harald Musileck (HM)

Am 22./23.11. findet zum zweiten Mal das Bathurst 24 Hour statt, das die 24 Stunden auf dem Nürburgring zum Vorbild hat. Initiator Ross Palmer war selbst schon sechsmal als Fahrer in der Eiffel am Start.
In unseren Breiten ist nicht so bekannt, dass es in Australien durchaus eine Langstrecken-Tradition gibt – das seit 1963 stattfindende Bathurst 1000km wird heutzutage mit V8-Supercars ausgetragen. In die Siegerliste dieses Rennens konnten sich auch schon Jackie Ickx (1977, Ford Falcon XC) und Armin Hahne (1985, Jaguar XJS) eintragen.
Monaro
Porsche

Das 30.000-Einwohner-Städtchen Bathurst liegt ca. 210 Kilometer westlich von Sydney und hat für Australien-Reisende an sich nicht viel zu bieten. Für die Fahrt durch die Blue Mountains benötigt man rund zweieinhalb Stunden, schon einige Kilometer vor der Stadt erkennt man links vom Great Western Highway den Hügel namens Mount Panorama.

Track

Die Strecke


Der Mount Panorama Raceway ist 6,2 Kilometer lang und dient im Alltag als öffentliche Straße. Glaubt man der Historie, hat der Ingenieur Hughie Reid die „tourist road“ so gestaltet, dass darauf auch Rundstreckenrennen stattfinden können. Heute kann man dort in den Zeiten ausserhalb des Rennbetriebes nach Herzenslust zwischen Leitplanken, Curbs und Kiesbetten herumkreisen - allerdings gibt es Gegenverkehr und ein Tempolimit.

Kommt man mit dem Auto aus dem Zentrum von Bathurst, findet man sich an rennfreien Tagen nur allzu schnell an einer Kreuzung, die sich als die Zielkurve herausstellt. Die Zielgerade führt anfangs leicht bergauf und ist relativ kurz - die darauf folgende 90-Grad-Linkskurve ist nicht sehr anspruchsvoll, kann aber unmittelbar nach dem Start für ein großes Feld eng werden.
Eingang
Start

Als nächstes geht es über die lange Mountain Straight, an deren Ende aus bis 250 km/h die bergauf führende Quarry-Kurve angebremst wird. Diese Rechtskurve hat einen großen Radius und erlaubt eigentlich nur eine einzige wirklich schnelle Linie. Auf dem nächtlichen Foto rechts unten erkennt man auch deutlich, wie nahe die Strecke an der Stadt liegt.
Mountain-Straight
Bathurst

Nach einen kurzen Links-Knick folgt Cutting, eine steile, für die Fahrer nicht voll einsehbare Linkskurve zwischen Betonwänden, die „zumacht“ und trotzdem noch 90 km/h erlaubt. Danach ist der Mount Panorama fast erklommen und es geht voll beschleunigend in Richtung Reid Park. Nach einem kurzen Rechtsknick kommt ein ebener Abschnitt, der wohl am besten als Kombination langgezogener, mittelschneller Linkskurven zu beschrieben ist.
Bathurst
Bat


Bevor es wieder bergab geht, werden an der „Skyline“ fast 200 km/h erreicht. An keiner anderen Stelle wird der Höhenunterschied, den diese Strecke überwindet, so deutlich. Den nächsten extremen Bereich des Kurses bilden Esses und Dipper, insgesamt ein unebenes Kurvengeschlängel mit starkem Gefälle, das wiederum nur eine gute Linie zulässt. Am engen Linksknick Forest Elbow gelangt man dann wieder in den Streckenteil am Fuße des Mount Panorama.

Bat
Bat

Zuerst folgt die lange Conrod-Gerade, die über einen kleinen Hügel führt. GT-Autos schaffen dort bis zu 270 km/h. Vor „Chase“, einer relativ großzügigen Schikane, werden wohl einige Fahrer jede Runde kräftig durchatmen - hier müssen die Bremsen voll da sein, die Linie und vor allem auch der Grip müssen passen. Schließlich geht es über die nochmals etwas bergab führende kurze Gerade mit der Dunlop-Bridge zurück zur 90-Grad-Zielkurve.

Conrod
Dunlop


Provisional Entry

Verteilt auf fünf Klassen werden voraussichtlich etwa 40 Fahrzeuge starten, darunter in Class A und B rund 15 Autos, die den NGT- oder Challenge-Reglements entsprechen. Im Vorjahr ging der Sieg an die Australier Tander / Richards / Pretty / McConville im gelben Holden Monaro 7-Liter von Garry Rogers Motorsport mit der Startnummer 427 – sie sind auch heuer die Top-Favoriten. Neben Bathurst-Legende Peter Brock wird der Besatzung des zweiten (roten) Monaro mit Greg Murphy einer der Sieger des heurigen Bathurst 1000km angehören. Wieder mit dabei ist auch der Mosler MT900 von Martin Short, der 2002 Platz 2 erreichte. Allen anderen GT-Teams im Entry darf man wohl eher Aussenseiter-Chancen einräumen.

Bat
MOSLER


Das Australische Team PHR Scuderia mit dem kurzfristig aus den USA eingeflogenen BMW M3 GTR, Graham Nash Motorsport aus England mit einem Porsche 996GT3RS (samt dem Österreicher Manfred Jurasz als Co von Erdos / Newton), BE-Racing aus Österreich mit einem von PHR betreuten Ferrari 360 (und den Eisrennen-Klassensiegern Engelhorn / Peter / Montermini mit Verstärkung David Brabham) sowie hoffentlich auch Jürgen und Uwe Alzen mit einem 996GT3Cup werden auf jeden Fall das Interesse der europäischen Fans wecken. Einige Teams aus der Australischen GT-Meisterschaft werden ebenfalls zu beachten sein, kam doch im Vorjahr ein BMW Z3 auf Gesamt-Rang 5.
b
b


In den Klassen D, E und F finden sich eine Anzahl durchaus interessanter Autos, die fast alle von australischen Bewerbern eingesetzt werden. Einzige Mannschaft aus Europa soll Duller Motorsport, die mit zwei BMW im vergangenen Jahr die Plätze 3 und 4 im Gesamtklassement erreichten, mit einem BMW M3 E46 sein. Vor allem die Subaru WRX STi sowie die Holden HSV und Ford mit den großvolumigen Motoren sind seriöse Anwärter auf Plazierungen in den Top Ten.


Zurück zur Berichte-Seite