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24 Stunden von Spa-Francorchamps
Bericht  von Markus Berns und Christian Freyer

#16 Wieth Racing Ferrari F550 Maranello

#16 Wieth Racing Ferrari F550
"Bad luck" auch beim zweiten deutschsprachigen GT Team, Wieth Racing. In der Anfangsphase konnte man sehr gut mit der Spitze mitfahren und ordentlich Plätze gut machen. "Das Auto ist wirklich klasse", urteilt Wolfgang Kaufmann über den privaten Ferrari 550, "Man darf halt nicht vergessen, mit welchem Hintergrund dieses Auto entstanden ist. Es ist bei Wieth ja nicht wie bei Prodrive, wo man ohne große Rücksicht auf Finanzen und Ressourcen arbeiten kann. Der Wieth Ferrari basiert ausschließlich auf Ideen von Franz und Nico, da ist wirklich jedes Teil ein eigener Gedanke. Zudem hat uns der Testunfall vor der Saison arg zurückgeworfen, dieser verlorenen Zeit laufen wir immer noch hinterher.
Jedenfalls macht es nach dem Entwicklungssprung seit Donington einen Riesenspaß zu fahren. Auch jetzt im Nassen, obwohl wir gar keine Regenabstimmung haben. Zur Zeit ist das nur eine leicht modifizierte Trockenabstimmung."
Die anfängliche Euphorie wurde jedoch recht schnell gebremst, denn die starken Regenfälle zeigten ein ganz neues Problem auf. Durch die Lüftungsklappen kam dermaßen viel Wasser ins Auto, dass die Scheiben ständig beschlugen. Bei diesen Wetterverhältnissen ein gefährliches Spiel. "Du siehst in manchen Streckenabschnitten praktisch nichts. Vor allem, wenn Du zusätzlich noch in der Gischt des Vorausfahrenden bist. Nun wirds dazu noch dunkel", so die einhellige Meinung von Kaufmann und Grimm.
Ein weiteres Missgeschick passierte bei einem Boxenstop. Teamchef Franz Wieth: "Wir hatten mit unseren Nachbarn abgesprochen, dass wir noch eine Runde länger draußen bleiben und erst dann unser Auto reinholen. Leider haben die sich nicht an die Vereinbarung gehalten und sind in der gleichen Runde in die Box gefahren. Wir mussten den Ferrari also erst zurückschieben. Beim Öffnen der Tür für den Fahrerwechsel war dann leider noch ein Reifenstapel im Weg und dabei haben wir uns dann noch die Tür kaputt gemacht." Die zusätzlichen Stops zum Wischen der Scheibe + das Mißgeschick mit der Tür warfen die Crew bis in die 30er Ränge zurück. Die Marschroute, ausgegeben von Wolfgang Kaufmann, hieß: Die Nacht überstehen und dann schaun wir mal.
Leider war das alles wieder Makulatur. Kurz nachdem Elmar Grimm das Auto übernommen hatte, kam die Hiobsbatschaft über Funk, das Auto ist raus. "Ich bin hinter dem Safety Car abgefolgen, ich glaubs nicht", erzählt ein fassungsloser Grimm, " bei 60 oder 70 KM/H ist er mir erst links kurz ausgebrochen, aber da konnte ich ihn noch einfangen. Den nächsten Ausbruch hab ich nicht mehr in den Griff bekommen. Ich hab mich nur noch weggedreht und bin irgendwann mit dem Heck in die Mauer. Das Auto ist dann entgegen der Fahrtrichtung stehen geblieben."  Dem ersten optischen Eindruck nach scheint der Ferrari nicht allzu viel abbekommen zu haben, doch mögliche mechanische Schäden konnte man nich nicht begutachten.
"Mir tuts verdammt leid für die ganze Crew", sagt Kaufmann, " die haben die ganzen letzten Wochen immer nur geschuftet, teilweise bis 4 oder 5 Uhr morgens. Einfach mal ankommen wäre so eine schöne Belohnung für die Jungs gewesen. Wir sind zwar schon mehr gefahren, als die ganze bisherige Saison , aber ein Erfolgserlebnis wäre echt mal schön gewesen."



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